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Wolfsburg, 15. Mai 2018

Per Schiff zum GTI-Treffen

Jamie Orr und sein CiTi Golf 3,6 am Wörthersee

Das legendäre GTI-Treffen am Wörthersee zieht jedes Jahr die treuesten Fans der Marke Volkswagen an. Der US-amerikanische Volkswagen-Enthusiast und Autosammler, Jamie Orr, treibt es auf die Spitze: In Johannesburg, Südafrika baute er in nur sechs Tagen einen südafrikanischen CiTi Golf, der auf dem Golf I basiert, um. Er stattete ihn mit einem 3,6 Liter großen V6-Benziner mit rund 300 PS aus einem Passat aus. Dass er seine frisch aufgebaute Rarität von dort direkt zum Wörthersee schickte und ihn seine Crew aus den Vereinigten Staaten und aus Südafrika - inklusive fünf weiteren Fahrzeugen – begleitet, sind danach nur noch Randnotizen.

Blogger und Herausgeber von AUTOmativ.de, Benjamin Brodbeck, traf Jamie Orr am Wörthersee und sprach mit ihm über den CiTi Golf und seine Leidenschaft für Volkswagen.

CiTi Golf mit 300 PS aus einem 3,6 Liter-V6!
„Nach einer verregneten Nacht im GTI-Camp treffe ich Jamie am Morgen auf dem Volkswagen Stand. Das Wetter ist entgegen aller Vorhersagen glücklicherweise grandios: die Sonne lässt die polierten GTI-Fahrzeuge funkeln. Im Corso rollen sie in Schrittgeschwindigkeit rund um die zentrale Hauptbühne.


Autor Benjamin Brodbeck (links) mit Jamie Orr vor dem CiTi Golf.

Ein Auto am Fuße der großen Hauptbühne fällt besonders auf: ein blau-weißer CiTi Golf mit extrem tiefem Fahrwerk und weißen Speichenfelgen mit goldenen Applikationen. Natürlich weiß ich, dass dieses kleine Schmuckstück Jamie gehört. Schließlich ist man mit einem solchen Fahrzeug in den sozialen Netzwerken bekannt wie ein bunter Hund. Mit einem breiten Grinsen führt mich der VW-Afficionado mit raschem Schritt zu seinem „CiTi Golf 3.6 Sport“. Schließlich besteht sein Terminkalender an diesem Tag nicht gerade aus leeren Seiten.

Das ganze Auto ist etwas Besonderes. Angefangen vom in Handarbeit gefertigten Interieur mit GTI-ähnlichem Muster auf den Sitzmittelbahnen bis hin zum Herzen: dort arbeitet ein aus einem US-Passat entnommener, 3,6 Liter großer und rund 300 PS starker Motor, der seine ganze Kraft auf die Vorderachse stemmt. Angesichts der ursprünglichen Leistung von 73 PS ein höllischer Leistungszuwachs. „Diese Kombination gibt es - wahrscheinlich - nur ein einziges Mal auf der ganzen Welt“, so Jamie Orr. Klar, man müsse immer vorsichtig sein, denn mit Gewissheit könne man so etwas nie sagen. Aber ihm zumindest sei kein CiTi Golf mit dieser Motorisierung bekannt - weltweit. „Blau-Weiß war er, Blau-Weiß bleibt er“ - ebenso original wie möglich.

Ursprünglich gab es den CiTi Golf, der ausschließlich in und für Südafrika gefertigt wurde und ursprünglich vom Golf I abgeleitet wurde, in drei Farben: Rot, Gelb und Blau - jeweils mit weißen Streifen oberhalb der Schweller und am Heck. Da aber das berühmte Fahrzeug in Südafrika seit Ende 2009 nicht mehr gebaut wird, kaufte es Jamie von einem Südafrikaner. Auch er begleitete ihn zum Wörtherseetreffen; stolz, dass sein Auto jetzt die ganze Welt sieht - und umgekehrt. Sogar Fan-T-Shirts des „CiTi 3.6“ hatte die Crew drucken lassen, wovon er eines trug.

Die Restaurierung sowie die technischen Anpassungen sollten aber die Originalität so wenig wie nur möglich einschränken. Doch sie waren erforderlich, schließlich war das Auto in keinem guten Zustand.

Umso beeindruckender ist es, dass der Umbau in Johannesburg nur sechs Tage dauerte. „Es war einfach unglaublich: Volkswagen Südafrika lud mich in das zentrale Teilelager ein, das ‚normale’ Menschen niemals sehen. Ich bestellte mir von dort Originalteile - so zum Beispiel die Heckklappe oder die Motorhaube. Die Unterstützung vor Ort gerade durch Volkswagen Südafrika und von Tuningbegeisterten war atemberaubend: über dreißig Personen - teilweise sogar ganze Familien - halfen mir, das Auto innerhalb dieser extrem kurzen Zeit umzubauen.“

Die Polizei von Südafrika ist der größte Fan des „CiTi 3.6“
Es sind Minuten des Erzählens, die mich beeindrucken. Nicht nur, weil Jamie seine Erlebnisse so lebhaft erzählen kann, sondern vielmehr, wie er es schafft, Menschen zusammenzubringen und für eine Sache zu brennen. Dabei steht die Begeisterung für ein Produkt und für ein gesetztes Ziel ganz oben - und zieht die Menschen in seinem Umfeld in den Bann. Selbst Polizisten in Südafrika sind die größten Fans des Projekts „CiTi 3.6“. Nach Fertigstellung des Autos stellte es Jamie auf dem „Vdub Camp Fest“ aus - der größten Volkswagen Tuning Show Südafrikas. Von dort ging es ins rund 1.000 Kilometer entfernte Volkswagen Werk Uitenhage, um den Citi Golf per Schiff nach Emden - und damit nach Europa und zum Wörthersee - zu transportieren.

Auf dem Weg hielt ihn die Polizei an und forderte ihn auf - nach einem kurzen Blick auf seinen CiTi 3.6 - auszusteigen. Während mir Jamie diese Story erzählt, hält er sich die Hände vor das Gesicht und ist wahrscheinlich immer noch überrascht, wie die Geschichte endet. „Mein Beifahrer und ich mussten uns - wie Schwerverbrecher - mit verschränkten Armen über die Motorhaube legen, während sie uns durchsuchten. Nachdem sie die Papiere gesehen hatten, forderten die Beamten mich auf, die Motorhaube zu öffnen. Ich dachte, jetzt ist es aus.“ Doch schon beim Öffnen des Motorraums begannen die Augen der Polizisten zu funkeln. Sie lachten und johlten: „das ist genau das, was wir sehen wollten! Wir haben Deine Stories bei Instagram angeschaut und wollten das Auto unbedingt in Wirklichkeit sehen!“ Sie beglückwünschten den in diesem Moment völlig irritierten Jamie zu seinem Auto und bedankten sich für sein Engagement bei diesem speziellen Projekt. „Total verrückt“, kommentiert Jamie seine Geschichte.

„Starkes Auto, der GTI TCR Concept“ ¹
Die 290 PS des neu vorgestellten Golf GTI TCR Concept treffen natürlich auf Begeisterung bei Jamie. „Whow, ja, das ist ein starkes Auto“, sagt er - grinsend - zu mir.

Das seriennahe Konzeptfahrzeug, das Ende des Jahres in Serie gehen soll, stellt aktuell die stärkste und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 264 Km/h die schnellste Version der GTI-Familie dar. Er soll unter anderem  mit einem sportlich abgestimmten und adaptiven DCC-Fahrwerk, einer mechanischen Frontdifferentialsperre sowie mit einer optionalen Akrapovic-Abgasanlage das Benzin im Blut der GTI-Fans zum Kochen bringen.

Auf die Frage, warum er all den Aufwand betreibe, antwortet Jamie: „Schau: ich habe so viel Glück im Leben, dass ich genau das hier machen kann und darf. Ich möchte mit meiner internationalen Arbeit mit besonderen Autos und Menschen, die meine Passion teilen, meine Leidenschaft nach außen tragen und Menschen dadurch zusammenbringen.“

Dass dies keine leeren Worthülsen sind, beweist der Auftritt seiner Crew aus Südafrika und USA, die genau jene Leidenschaft mit Jamie teilen und teilweise mit ihren eigenen Autos zum Wörtherseetreffen kamen.

Zurück in die USA und nach Südafrika geht es mitsamt Autos am 16. Mai auf einem Volkswagen Transportschiff - zusammen mit den neuesten Fahrzeugen der Marke.“

Benjamin Brodbeck

¹Das Fahrzeug ist eine Studie und wird aktuell nicht zum Verkauf angeboten; es unterliegt daher nicht der Richtlinie 1999/94 EG. Alle technischen Angaben zum neuen Golf GTI TCR sind Prognosewerte, Stand Mai 2018.

Tags GTI-Treffen am Wörthersee
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