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Wolfsburg, 10. April 2018

Platz ist in der kleinsten Lücke

Die Geschichte der Park-Systeme von Volkswagen

Einmal nicht aufgepasst, abgelenkt oder unaufmerksam und schon ist es passiert. – Die meisten Unfälle passieren beim Parken und Rangieren. Wie der technische Fortschritt dazu beigetragen hat, das Risiko von ärgerlichen Ein- und Ausparkschäden deutlich zu senken, zeigt die Entwicklungsgeschichte der Park-Systeme von Volkswagen in den vergangenen zwanzig Jahren. Die innovativen Assistenten erleichtern das Leben, schonen Nerven und schließlich auch das Portemonnaie. Zudem tragen die kleinen Helfer seit 1997 in zunehmenden Maße und mit großer Wirkung erheblich zur Verkehrssicherheit bei. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen sie auch nahezu stressfreie Parkvorgänge. Der jüngste Schritt zur Verknüpfung mit unterstützenden Mobilitätslösungen war dann nur noch ein kleiner.


Er war der Erste, der fast allein einparken konnte: Der Touran aus dem Jahr 2006 mit Parklenkassistent

Was piept denn da?
Das erste Mal piepte es 1997 bei Volkswagen, und zwar in einem Golf der vierten Generation. Die akustische Einparkhilfe mit vier Ultraschallsensoren im hinteren Stoßfänger hat bei Volkswagen die Entwicklung der assistierenden Parksysteme eingeleitet. 2005 verdoppelte sich die Anzahl der Sensoren – erstmals im Passat B5: jeweils vier vorne und hinten. Die akustische Einparkhilfe unterstützte fortan in beide Fahrtrichtungen. Auf den hörbaren Helfer ließ Volkswagen im Jahr 2010 mit dem Optischen Parksystem (OPS) die visuelle Unterstützung folgen. Die im Display dargestellten Balken zeigten dem Fahrer beim Rangieren die Abstände zu Hindernissen vor und hinter dem Fahrzeug. Nur zwei Jahre später wurde im Golf erstmals ein 360-Grad-OPS verbaut. Es zeigte Gegenstände rund um das Fahrzeug an.

Weltpremiere beim automatisch gelenkten Parken
Wahren Pioniergeist bewies Volkswagen 2006: Denn bereits vor zwölf Jahren führte die Marke als weltweit erster Automobilhersteller einen Parklenkassistenten ein. Das innovative System unterstützt den Fahrer, indem es selbsttätig die optimalen Lenkbewegungen durchführt, um auf der Idealposition einzuparken. Das Vermessen der Parklücke, die Zuweisung der Startposition und die Lenkbewegungen übernimmt der sogenannte „Park Assist“ voll automatisch – der Fahrer muss nur noch Gas- und Bremspedal betätigen.


Der Park Assist lenkt, der Fahrer bedient Gas und Bremse

Vier Jahre nach der Weltpremiere des Systems kam die erste Aktualisierung: Der Automat konnte durch mehrfaches Rangieren inzwischen auch kleinere Parklücken nutzen. Nur zwei Jahre darauf kam das Querparken hinzu. Dank immer komplexerer Algorithmen war es den insgesamt nun zwölf Ultraschallsensoren am Fahrzeug möglich, die Umgebung exakt zu vermessen und zu berechnen. Mit der aktuellen dritten Generation bleibt seit 2015 kein Wunsch mehr offen. Nur noch 80 Zentimeter Spielraum braucht der „Park Assist“ zusätzlich zur Fahrzeuglänge. So nutzt er inzwischen engste Räume, die man als Fahrer ohne das System wohl kaum ansteuern würde.

Selbst das Vorwärtseinparken in eine „Querparklücke“ ist nun möglich und auch eine „Notbremsfunktion“ ist inzwischen verfügbar. Sie verhindert die meisten Parkrempler innerhalb der Systemgrenzen oder minimiert zumindest die Schäden.

Rundum voller Durchblick
Der „Park Assist“ ist jedoch nur eines von verschiedenen Systemen, die sich in den Volkswagen-Modellen finden und Unterstützung beim Parken bieten. Für den sprichwörtlichen Rundum-Blick sorgt seit 2010 die erstmals im Touareg verbaute Umgebungsansicht „Area View“. Das System besteht aus vier Kameras, positioniert im Heck, in den Außenspiegeln und im Kühlergrill. Sie erfassen das gesamte Umfeld und projizieren im Cockpitdisplay ein Live-Bild. Jede Kamera hat einen Öffnungswinkel von 190 Grad, wodurch die gesamte Umgebung des Fahrzeugs erfasst wird. Zudem ermöglicht „Area View“ dem Fahrer, förmlich „um die Ecke" zu schauen: Die Kamera im Kühlergrill sitzt deutlich weiter vorn als der Mensch und kann dadurch die Bereiche rechts und links früher erfassen. Sie zeigt den Querverkehr auf dem Display, bevor der Fahrer ihn überhaupt sehen kann. Ein typisches Szenario für das Einsatzgebiet von „Area View“ sind unübersichtliche Hofeinfahrten, enge Garagen oder Parklücken. Durch die Visualisierung der Seitenabstände lassen sich Schäden im Idealfall vermeiden.


Vier Kameras sorgen für eine Rundumansicht der Fahrzeugumgebung aus der Vogelperspektive

Den Blick hinter das Fahrzeug eröffnete bereits 2008 das System „Rear View“. Beim Einlegen des Rückwärtsganges wird die erstmals im Golf VI hinter dem klappbaren Volkswagen-Logo verbaute Heckkamera automatisch aktiviert. Systemabhängig eingeblendete Fahrlinien auf dem Display geben je nach Lenkradeinschlag zusätzliche Orientierung. Dadurch kann das System fahrzeugabhängig beispielsweise auch beim Ankuppeln eines Anhängers unterstützen, indem es auf dem Bildschirm eine Führungslinie der Anhängeransicht anzeigt. Sie leitet den Fahrer beim Rangieren präzise zur Anhängerdeichsel. Punktgenaues Steuern und Umfahren von Hindernissen wird damit im Rückwärtsgang ebenfalls zum Kinderspiel. Besonderes Fingerspitzengefühl ist beim Rückwärtsfahren insbesondere dann erforderlich, wenn der Weg aus einer Parklücke führt. Vor allem aus „Querparklücken“ wird es schnell unübersichtlich.

Sicher rückwärts aus der Lücke


Radarsensoren überwachen den Rückraum

Daher unterstützt den Volkswagen Fahrer in diesen Situationen seit 2014 auf Wunsch ein weiterer elektronischer Helfer: Der Ausparkassistent. Im Heck des Fahrzeugs sind Radarsensoren verbaut, die – ergänzend zu den Ultraschall-Parksensoren – den Bereich hinter und neben dem Fahrzeug überwachen. Der Ausparkassistent erkennt dabei das, was der Fahrer aus seiner Position nicht sehen kann: Registriert das System einen sich quer hinter dem Auto nähernden Verkehrsteilnehmer, warnt es den Fahrer vor der Gefahrensituation. Reagiert der Fahrer nicht, kann automatisch ein Bremseingriff ausgelöst werden.

Für den Blick in den toten Winkel bietet Volkswagen seit 2014 den sogenannten Blind Spot Sensor in Kombination mit dem Ausparkassistenten an. Dieser unterstützt den Fahrer jedoch nicht beim Parken, sondern beim Fahren: Bereits in der Fahrschule wird der Schulterblick gelernt, um bei einem Spurwechsel ein herannahendes Fahrzeug im toten Winkel zu erkennen. In dieser unter Umständen unübersichtlichen Situation unterstützt der Blind Spot Sensor. Radarsensoren im Heck beobachten den Bereich hinter und neben dem Auto. Sie können Fahrzeuge in einem Bereich von 20 Metern innerhalb der Systemgrenzen erkennen. Bereits ab 15 Stundenkilometern weist der Blind Spot Sensor den Fahrer durch ein konstantes Leuchten im jeweiligen Außenspiegel auf die potentielle Gefahr hin. Betätigt der Fahrer dennoch den Blinker, fängt die jeweilige LED-Leuchte mit erhöhter Helligkeit an zu blinken und macht auf die kritische Situation aufmerksam.


Der Blind Spot Sensor hilft in kritischen Situationen

Rückwärts um die Ecke – mit Anhänger


Einfach und sicher den Wohnanhänger rückwärts einparken

Ebenfalls 2014 identifizierte Volkswagen als weitere Herausforderung das Rangieren und Parken eines Anhängers. Um diese komplizierten Fahrmanöver zu vereinfachen, wurde der „Trailer Assist“ entwickelt. Egal ob der Pferdeanhänger beim Reitturnier vor die richtige Pferdebox gestellt oder der Wohnwagen auf dem Campingplatz rangiert werden muss: Das System steuert automatisch die elektromechanische Servolenkung, während der Fahrer nur noch Gas und Bremse kontrolliert. Über den Spiegelverstellschalter wird die Fahrtrichtung justiert – einfach, schnell und sicher. Der Schalter, der nun als Joystick fungiert, sorgt für die stufenlose Einstellung der gewünschten Fahrtrichtung des Gespanns, die sich jederzeit verändern lässt. Der aktuelle und der eingestellte Fahrwinkel werden im Kombiinstrument visualisiert.


Das System übernimmt die Lenkung, der Fahrer bewegt das Gespann über Gas und Bremse

Steht der Anhänger bereits in der richtigen Richtung, wird der Spiegelverstellschalter einfach nach hinten gedrückt – und der Anhänger zieht das Fahrzeug in einer Linie scheinbar mühelos hinter sich her. So verlieren auch längere Geradefahrten mit Hänger ihren Schrecken. Die entscheidende Rolle beim Rangiervorgang spielt die im Fahrzeug integrierte Kameratechnik. Mit ihrer Hilfe übernimmt der „Trailer Assist“ die automatische Querführung des Gespanns.

Das funktioniert auf Basis von Bildverarbeitungsalgorithmen aus den Daten der Rückfahrkamera, die den Knickwinkel des Anhängers beobachtet und auswertet. Durch die optische Erfassung des Knickwinkels erfolgt die Lenkwinkelberechnung – unabhängig davon, um welches Anhängermodell und welche Deichsel es sich handelt. Wer ein Gespann fährt, lernt diesen kleinen Helfer schnell zu schätzen – ganz egal ob bei der Arbeit, in der Freizeit und ganz besonders in den schönsten Wochen des Jahres, der Urlaubszeit.

Digitalisierung des Parkens
Für zusätzliche Bequemlichkeit beim Parken sorgen jedoch nicht mehr nur die kleinen Helfer im Auto. Mit der Einführung der App WePark in 2017 wird inzwischen auch ein Helfer beim Parken weiterentwickelt, der die Parkplatzsuche und -Bezahlung via Smartphone deutlich erleichtert. Damit ist klar, dass die Digitalisierung des Automobils auch das Thema Parken betrifft. Vieles ist denkbar oder kann vielleicht schon bald Realität werden: Parken wir unsere Autos morgen noch selber, oder parken sie von allein? Dinge über die wir uns heute noch ärgern, sind morgen vielleicht schon gelöst: Unnötige Parkrempler, die lästige Suche nach Kleingeld am Parkautomaten oder Strafzettel für überzogene Parkzeiten.


Via GPS erkennt die App „We Park“ den aktuellen Standort

Unter Hochdruck arbeitet Volkswagen daran, diese Zukunft Realität werden zu lassen. Nicht nur beim Fahren – sondern auch, wenn das Auto gerade nicht genutzt wird. Mit den heute schon umfangreichen und im Fahrzeug erhältlichen Systemen rund um das Thema Parken zeigt Volkswagen ein beeindruckendes Maß an Innovationskraft und bietet diese Systeme schon heute einer breiten Käuferschichten an. Und wie von Volkswagen gewohnt, gilt dieses Grundprinzip auch in Zukunft.

20 Jahre auf einen Blick

Die Entwicklung der Assistenzsysteme zum Parken bei Volkswagen

1997 – Erste Einparkhilfe mit vier Ultraschallsensoren

2005 – Einparkhilfe vorn und hinten

2006 – Weltweit erster Parklenkassistent (Park Assist)

2008 – Ersteinsatz Rear View

2010 – Ersteinsatz Umgebungsansicht Area View

2010 – Optisches Parksystem (OPS)

2010 – Park Assist 2.0

2012 – 360-Grad-OPS

2012 – Park Assist 2.0 mit Querparken

2014 – Ausparkassistent

2014 – Blind Spot-Sensor

2014 – Area View, 2. Generation

2014 – Einführung Trailer Assist

2015 – Park Assist 3.0

2017 – Einführung der App „We Park“

Tags Parksysteme Volkswagen Serie: Kleine Helfer mit großer Wirkung
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